Das Kaugummi-Projekt

Projektthema ist der wohlschmeckende Kaugummi, der sich - einmal achtlos auf die Straße gespuckt - in einen ekligen, klebrigen Schmutzfleck verwandelt und so öffentliche Straßen, Gehwege und Schulhöfe verunstaltet. Einem Kaugummifleck, der an warmen Sommertagen wieder seine volle Klebekraft entfaltet und sich nur mit großem Aufwand entfernen lässt - ob vom Boden, von den Schuhen, unter Schultischen und -stühlen usw., soll mit einer speziellen Maschine zu Leibe gerückt werden. Gleichzeitig soll den Schülern gezeigt werden, wie viel Arbeit ein "gschwind" ausgespuckter Kaugummi später bei der Reinigung machen kann.

Am 19. Oktober 2005 war unser Schulhof an der Reihe. Nach dem Markieren der Kaugummiflecke auf unserem Schulhof zeigte es sich, dass auch an unserer Schule eifrig Kaugummi gekaut und danach meist achtlos auf den Boden gespuckt wird.

Das anschließende Entfernen einiger Kaugummireste mit Hilfe von Hochdruckgeräten und Chemie erwies sich als recht aufwändig. Teilweise zeigten sich danach  sogar Schäden  am Asphalt.

 

Vor Beginn dieser Aktion erhielten die teilnehmenden SchülerInnen Informationen zum Kaugummi:

Kaugummi-Historie

Über das erste Auftreten des Kaugummis gibt es zwei Meinungen:

  • Archäologen behaupten, dass Neandertaler Birkenrinden-Pech als Kaugummi benutzten (wegen seiner reinigenden und desinfizierenden Wirkung). Das muss wie Schwarzwälder Schinken geschmeckt haben, also ein eher deftiger Vorläufer des heute meist süßen und erfrischenden Kaugummis.
  • Andere Forscher hingegen sind der Meinung, die Maya in Südmexiko haben vor vielen Jahrhunderten den Kaugummi erfunden; sie entdeckten, dass der dicke, milchige Saft des Sapodilla-Baumes sich an der Luft zu Gummi erhärtet, sehr gut schmeckt und den Atem erfrischt.

Mit dem Saft dieses Baumes begann der Amerikaner Thomas Adams 1870 zu experimentieren. Die Substanz war für den amerikanischen Geschmack zu hart und musste daher weicher gemacht werden. Adams gab dem Saft des Sapodilla-Baumes Zucker, Vanillin, Pfefferminzöl und andere ätherische Öle zu, bis er das richtige Mischungsverhältnis zustande gebracht hatte. Heute enthält Kaugummi noch wesentlich mehr Bestandteile und Incredienzien.

Scheinbar war Adams aber kein großer Marketingstratege, denn es dauerte 20 Jahre, bis ein anderer Mann das chewing gum ganz groß herausbrachte:

Mr. William Wrigley handelte ursprünglich mit Seife, die die Amerikaner aber nicht kaufen wollten. Um den Absatz zu steigern, bot er ihnen Backpulver als Gratis-Zugabe. Die Leute begannen seine Seife wegen des Backpulvers zu kaufen, also entschloss sich Wrigley ins Backpulvergeschäft einzusteigen. Auch hier gab er den Käufern eine Gratis-Zugabe mit, nämlich zwei Päckchen Kaugummi. Und es passierte das Gleiche. Die Käufer waren mehr an dem Kaugummi interessiert als an dem Backpulver. Daraufhin stieg Wrigley ins Kaugummigeschäft ein und behielt seine Marketing-Strategie bei: Er verschenkte das chewing gum massenweise an Kinder. Kinder erhielten, bevor sie in den Kindergarten kamen, oder zum Geburtstag eine Gratisprobe. Die exklusiven Besitzer eines Telefons erhielten ebenfalls ungefragt Gratisproben. Auch auf der Straße verteilte Wrigley täglich ca. 5000 Streifen. Es dauerte nicht lange und die Amerikaner wussten, was ihnen bisher gefehlt hatte...

Woraus besteht heute eigentlich der Kaugummi?

Die verschiedenen Kaumassen haben vor allem eins gemeinsam: Eine unverdauliche Grundsubstanz. Diese Gummibase ist die Seele des Kauvergnügens. Früher wurde sie aus natürlichen Harzen und Latexsorten hergestellt. Längst haben synthetische Polymere den Naturstoff abgelöst. Sie bestehen ebenso wie das Naturprodukt aus langen Molekülketten, die miteinander vernetzt sind. Aus Kiefern stammt das beigemengte Naturharz Kolophonium. Es hält die Base geschmeidig. Für die weiche Konsistenz sind Glycerin und andere Pflanzenölprodukte zuständig. Sie erleichtern das Vermischen der Zutaten und halten die Masse weich.

Ein Kaugummi besteht allerdings nur zu 20% aus Kaumasse. Zucker und Zuckerersatzstoffe wie Aspartam und Sorbit sind zu ungefähr 60% und flüssige Süßmittel zu etwa 10% enthalten. Der flüssige Bestandteil ist meist Glucose, ein natürlicher Zucker, der aus Mais oder Weizen gewonnen wird. Seine Aufgabe ist nicht, den Kaugummi zu süßen, sondern ihn frisch und elastisch zu halten. Da Süße allein für ein anhaltendes Kauvergnügen nicht ausreicht, werden noch Aromen beigemischt.  Die favorisierte Geschmacksrichtung ist abhängig von der Region, in der gekaut wird. Je mehr Geschmacksstoffe in die Masse eingearbeitet wurden, desto länger hat der Kauende etwas davon.

Bemerkenswerte Daten:

  • In den USA werden im Jahresdurchschnitt etwa 300 Kaugummis pro Person bis zur Geschmacklosigkeit durchgekaut.
  • Das Aroma für die Spearmint-Gums wird aus Krauseminzarten gewonnen. Die für den Anbau der Minzepflanzen benötigten Flächen entsprechen einer Größe von ca, 16 300 Fußballfeldern ( =ca. 11 640 ha).
  • Singapur verbot 1992 die Herstellung , den Import und verkauf von Kaugummis, um Straßen, Häuser, Busse und U-Bahnen sauber zu halten. Das Ende der kaugummilosen Zeit verdanken die Singapurer einem Freihandelsabkommen mit den USA, das am 1. Januar 2004 in Kraft trat.
  • Sammelleidenschaft? Britney Spears ausgespuckter Kaugummi wurde bei eBay zum Verkauf angeboten und erzielte 414,10 Euro.
  • Die Besatzung eines lenkbaren Luftschiffes der britischen Luftwaffe kaute auf einer Atlantiküberquerung im Jahre 1919 in Windeseile mehrere Päckchen Kaugummi durch, um mit der Masse ein Leck zu kitten.
 SchülerInnen bei der Arbeit Gekennzeichnete Kaugummireste auf dem Schulhof
 Entfernen der Reste mit dem Dampfstrahler Entfernen der Reste mit dem Dampfstrahler
 Entfernen der Reste mit dem Dampfstrahler Entfernen der Reste mit dem Dampfstrahler

zuletzt bearbeitet: 28.03.2012 von ungar

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